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Rezension: Das Buch vom Tee –Kakuzo Okakura- Inselbücherei

Dieses wunderbare, sehr schön illustrierte Werk hat der 1913 verstorbene Japaner Kakuzo Okakura verfasst. Das Buch soll unter seinen Schriften die am feinsten gezeichnete sein, denn es vermittelt dem Leser eine Deutung, die uns das Wesen eines echten Japanertums, die japanische Seele in voller Reinheit erblicken lässt. 

"Chado" (Der Weg des Tees) ist der Weg weniger Eingeweihter und als solcher die sichtbar unsichtbarste Form japanischer Geistigkeit, der Herzschlag der japanischen Kunst. "Chado" bedeutet das Vergängliche zurückzulassen und am Ewigen teilzuhaben. Dabei haben das Teegerät, der Teeraum und der Garten mit dem zum Teeraum führenden Pfad eine hohe Aufgabe. Sie besteht darin, die Sinne der Teilnehmenden zu verfeinern, zu steigern und empfänglich zu machen für das Dahinschwindende. 

Teeismus ist ein Kult, der sich auf die Verehrung des Schönen gründet. Er umschließt Reinheit und Harmonie, das Geheimnis des Mitleidens und die Romantik der gesellschaftlichen Ordnung. Seinem Wesen nach soll er die Verehrung des Unvollkommenen sein, gewissermaßen der zarte Versuch, etwas Mögliches zu vollenden, in diesem Unmöglichen, das wir als Leben bezeichnen. 

Im Buch erfährt man Wissenswertes über die Schulen des Tees, wobei man das höchste Teeideal in der japanischen Teezeremonie seine Vollendung findet. Teeismus ist dort Taoismus in anderer Gestalt. Über Taoismus und ZEN- Lehre wird man in der Folge unterrichtet. Tao bedeutet übersetzt der Pfad. Auf dem Gebiet der Ästhetik leistete der Taoismus den Hauptbeitrag im asiatischen Leben. 

Was man unter einen Teeraum zu verstehen hat, kann man im Buch auch in Erfahrung bringen und liest, dass es die Einfachheit des Teeraums ist und das Freisein vom Alltäglichen, das ihn wahrhaft zu einem Zufluchtsort von den Sorgen der Außenwelt macht. 

Teekunst als Meisterwerk ist eine Symphonie, gespielt auf unseren feinsten Empfindungen. Dabei muss sich die für eine Wertung der Kunst notwendige Gemeinschaft gleichgestimmter Seelen auf gegenseitigem Verstehen aufbauen.

Wichtig auch sind Blumen in der Teekunst. Darüber und über die Aufgabe des Teemeisters liest man ebenfalls Näheres.

Nach der Lektüre dieses Buches wird man schließlich begreifen, dass ein feiner Zauber im Geschmack des Tees liegt, der ihn unwiderstehlich und ihn für die Idealisierung geeignet macht. Hierüber mit Freunden bei einer Tasse Tee zu sprechen und vielleicht ein Kapitel des Buches vorzulesen, ist gewiss für die hauseigene Teerunde bereichernd. 

Sehr empfehlenswert 
Helga König

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