Dieses hervorragende Werk ist mit dem «World Cookbook Awards 2020» als weltbestes Teebuch ausgezeichnet worden.
Vorab die Infos zu den Autoren. Entnommen der Homepage des at Verlages.
Tina Wagner Lange
Die ausgebildete Pädagogin arbeitet seit 2011 bei Länggass-Tee in Bern, wo sie ihre beiden Leidenschaften, den Tee und die Didaktik, in ihrer Teeschule miteinander verbindet.
Maurice K. Grünig
Fotografin, Kunstvermittlerin und Buchautorin. Spezialisiert auf Reportagen, kulinarische Geschichten und Reiseberichte. Publikationen in diversen Medien. Schülerin der Teeschule in Bern.
www.mauricegruenig.ch
Judith Gmür-Stalder
Ausbildungen in Hauswirtschaft und Gastronomie, Mitarbeit an kulinarischen Magazinen und Büchern. Heute freischaffende Rezeptautorin, Foodstylistin, Buchautorin und kulinarische Beraterin
Zunächst zu dem Begriff Gong Fu Cha: Übersetzt heißt dies: Mit großer Aufmerksamkeit Tee trinken. Es geht dabei um die chinesische Teezeremonie.
Das Werk beginnt mit eine Fülle sehr eindrucksvoller fotografischer Impressionen, mittels denen in das Thema eingestimmt wird. Anschließend wird im Rahmen von fünf Teilen Tee als Handwerkskunst und das bewusste Genießen präsentiert.
Zunächst lernt man Wissenswertes über die Geschichte des Tees kennen. Hier liest man von Kaiser Shen Nong, der als Vater der Landwirtschaft und der Chinesischen Medizin gilt. Der Legende nach soll er als erster Teeblätter mit kochendem Wasser in Verbindung gebracht haben. Man liest des Weiteren die Legende von Prinz Siddhartha, auch von den historischen Ursprüngen des Tees und wie dieser sich über ganz China verbreitet hat.
Nachdem Tee Jahrhunderte hindurch für seine kraftvolle, heilende Wirkung bekannt war und geschätzt wurde, begann in der Tang-Dynastie (618-917 n.u.Z) die große Zeit der Tee-Zeremonie. Die berühmten chinesischen Teehäuser allerdings entspringen der sogenannten Song-Dynastie (960-1279 n.u.Z). Wie es dann weiterging, wird auch kurz skizziert und man erfährt zudem, auf welche Weise die Entwicklung der chinesische Gesellschaft der letzten 30 Jahre sich auf die neue Teekultur ausgewirkt hat.
Anschließend wird man dann mit der Herstellung des Tees vertraut gemacht und liest zunächst Wissenswertes über die immergrüne Teepflanze, die vermutlich schon seit Jahrmillionen existiert. Die Wiege des Tee ist der Teegarten. Die schönsten Teegärten Chinas gibt es in Wäldern an Berghängen. Dabei zeichnen sich schöne Teegärten dadurch aus, dass die Pflanzen mehr oder weniger freistehen und sich im Raum entfalten können. Man erhält beeindruckende visuelle Einblicke in solche Teegärten, liest alsdann von der Ernte, der Veredlung und der Verarbeitung des Tees im Überblick. Auch wird man mit Fachbegriffen vertraut gemacht und kann sich immer wieder in spannende Erfahrungsberichte der Autoren vertiefen.
In der Folge lernt man einzelne Teesorten kennen, liest hier dann Näheres über das Welken, die Anbaugebiete, die Ernte und die Teepflanzenvarietäten.
Die tollen Fotos können nicht genug gelobt werden und das gleiche gilt für die detaillierten Teebeschreibungen.
Man erhält visuelle Eindrücke im Hinblick auf das Welken, Schütteln, Formen und Trocknen, Rösten, Lagern; Rollen, Oxidieren, Formen und Trocknen und Aussortieren.
Wie man weiter erfährt, wird die Zugehörigkeit zu einer spezifischen Sozialen Gruppe durch den Tee, den man liebt, bestimmt. Entsprechendes wurde wissenschaftlich untersucht, seitens der chinesischen Anthropologin Jinghong Zhang.
Aufgeklärt wird man über die Qualität des Tees und hier auch über Lables wie #Bio oder #Fair_Trade. Alsdann erlernt man in sieben Schritten das Prozedere einer vergleichenden Degustation kennen und erfährt, was es bedeutet, Tee mit all unseren Sinnen zu erfassen.
Man lernt Tee nach europäischer aber auch nach chinesischer Art zuzubereiten. So weiß man dann auch, was es bedeutet Tee im Glas oder im Gaiwan zuzubereiten. Desweiteren wird man vom Fotografen mit auf einen chinesischen Markt genommen und lernt sich so in die lukullische Welt chinesischer Teefreunde hineinzufühlen.
Im fünften Teil des Buches erfährt man, wie man mit Tee kocht, lernt Tee-Zucker aber auch Tee-Salz oder Tee-Essig herzustellen Mit Tee kocht man beispielsweise einen "Rauchtee-Rinderbraten" oder eine "Teesuppe". Backen ist auch möglich. Hervorheben möchte ich hier die "Birnen-Tarte mit Tee-Gelee".
Alles in allem ein informatives, sehr hochwertiges Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Helga König

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