Die vorliegende Publikation ist eine Teamarbeit von Mark Flanagan, dem obersten Küchenchef von Queen Elisabeth II und Kathryn Cuthbertson, der obersten Konditorin Ihrer Majestät.
Das mit über 70 Farbfotos ausgestattete Buch beginnt mit einer spannend zu lesenden Einführung in die britische Teekultur. Dabei erfährt man auch, dass sich der Tee als Getränk in England im 17. Jahrhundert über die Londoner Teehäuser etablierte. Doch erst im 19. Jahrhundert gelang es den Briten, Teepflanzen auf der großen Anbaufläche im indischen Assam zu kultivieren. Das führte dazu, das Tee sich in Großbritannien zu einem Grundnahrungsmittel entwickeln konnte. Sehr früh bereits reichte man Tee zu Speisen, die noch heute typisch für eine britische Teemahlzeit sind. Einige Rezepte, wie etwa Drop Scones und Crumpets gehen sogar zurück auf das Mittelalter.
Auf den Gartenfesten der Queen werden jährlich 27 000 Tassen Tee getrunken und 20 000 Sandwiches sowie etwa 20 000 Stücke Kuchen verzehrt
Das Buch überrascht die Leser mit herzhaften und süßen Rezepten, die jahreszeitlich untergliedert sind. Diese werden allesamt sehr gut und schrittweise erklärt und lassen sich insofern problemlos zubereiten.
Für Liebhaber feiner Porzellan-Geschirre sind die Fotos ein ganz spezielles Vergnügen, dass über die Freude, die delikaten Rezeptergebnisse bewundern zu können, fast noch hinausgeht.
Hervorheben möchte ich bei den Frühlingsgerichten die Crème-brûlée- Tarteletten mit Yorkshire-Rhabarber, eine gelungene britische Interpretation eines eigentlich französischen Desserts.
Bei den Sommerezepten bin ich von den "Cocktail-Brioche mit Flusskrebsen" besonders angetan. Die Ingredienzien der Füllung sind perfekt aufeinander abgestimmt. Dazu kann ich mir sehr gut Eistee mit Zitrone vorstellen.
Die "Geräucherten Meerforellen –Päckchen" sind mit einer delikaten Fischfarce gefüllt und die "Scones mit Erdbeermarmelade“ begeistern besonders, wenn man die Marmelade selbst herstellt. Ein traditionelles Rezept hierzu, findet man im Buch.
Im Herbst dann sollte man "Kleine Wildpasteten" backen. Diese überzeugen ebenso wie die "Kleinen Sausage Rolls". Zu empfehlen ist auch "Orange-Kardamom- Shortbread" und das "Teebrot" mit einer Fülle köstlicher Zutaten.
Die winterlichen Gerichte verdienen auch viel Lob und hier hauptsächlich die süßen Speisen. Ein gehaltvoller, weihnachtliche "Früchtekuchen" ist auch für die Monate Januar noch ein Geheimtipp, nicht nur für Teetrinker.
Alles in allem ein gelungenes Buch.
Sehr empfehlenswert
Helga König
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Zum Tee bei der Königin: Saisonale Rezepte aus dem Buckingham Palace Mit 40 Rezepten