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Rezension: Schweizer Schokolade - Alpen, Milch und Pioniere - Dominik Flammer - atVerlag



Dominik Flammer ist der Autor dieses inhaltlich und ästhetisch bemerkenswerten Prachtbandes über die Schweizer Schokolade

Flammers Vorwort ist zu entnehmen, worum es in dem Buch geht. Um sich einen raschen Überblick über die Schokoladengeschichte zu verschaffen, macht es Sinn, sich nach meiner Ansicht zunächst in die 14 seitige Timeline zu dieser Geschichte zu vertiefen. Man findet sie fast zu Ende des Werks. Die chronologisch geordneten Fakten erstrecken sich über den Zeitraum von 1500 bis 2026. Daran schließt sich ein sehr gutes, acht Seiten umfassendes Lexikon der Schokoladenfachbegriffe an. Sich die Bedeutung der Begriffe zu merken, erleichtert das Lesen des Buches. 

Untergliedert ist das Werk in acht Kapitel, als da sind:


Es waren Tessiner aus dem Bleniotal, die der spanischen Königin Margarete von Österreich kurz nach 1600 erstmals heiße Trinkschokolade kredenzten. Wie es historisch dann weiterging, erfährt man sehr gut und dabei detailliert beschrieben im 1. Kapitel des vorliegenden Buches. Trinkschokolade war, so liest man, zunächst den Adelshäusern und den Großbürgern in Europa vorbehalten und habe ein Vielfaches vom Kaffee gekostet. Zwei Blenieser Emigranten waren es, die schließlich ein enges Netzwerk in ganz Europa knüpften, das von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen rund um die Herstellung von Schokoladenprodukten profitierte. 

Man liest von Schokoladenhersteller-Erfolgsgeschichten in ganz Europa, wo entsprechende Fabriken entstanden, liest aber auch von der ersten Tessiner Schokoladenmanufaktur und von der Gründung einer Schokoladenfabrik in Chile durch den Blenieser Giosa Luis. Das war 300 Jahre nachdem eine peruanische Nonne einem Blenieser Koch das erste Mal die Kakaobohne näher gebracht hatte. 

Weiter liest man über das Milchland Schweiz, lernt auf einem Foto Etienne Liotards "Schokoladenmädchen" kennen und erfährt Näheres über Kindermehl und Kondensmilch und in diesem Zusammenhang mehr über den Waadtländer Chocolatier Daniel Peter, der die Milchschokolade entwickelte. 

Rudolphe Lindt und dessen Conche, durch die die Schokolade verfeinert werden konnte, werden ausgiebig beschrieben. Dank Lindt gab es erstmals Schmelzschokolade. Trotz dieser Tatsache habe der Aufstieg von Lindt und Sprüngli erst nach dem 2. Weltkrieg begonnen. 

Man erfährt weiter Wissenswertes über Philippe Suchard und Theodor Tobler und seine "Toblerone", des Weiteren über Camille Bloch und den von ihm hergestellten Schokoladenriegel Ragusa. Interessanterweise war dieses Produkt 1941 aus der Not heraus entstanden. Man streckte mit Nüssen und überzog den Riegel mit hauchdünner Schokolade. 

Wir die Wirtschaftsgeschichte von Schokolade weiterging erfährt man- sehr spannend beschrieben- auf den nächsten Seiten. Hier auch ist der erfreulich umfangreiche Beitrag zur Schokoladenwerbung sehr lesenswert. Gezeigt werden putzige Sammelbildchen, konkret Chromlithographien von Suchard, mittels derer man Kunden, speziell auch Kinder ködern und bei der Stange halten wollte. 

Zu weiteren Werbemaßnahmen zählten Ballonwettbewerbe und Flugshows, auch Pavillons auf Weltausstellungen entsprechend alpin gestaltet. Man lernt eine beachtliche Anzahl von Werbeplakaten unterschiedlicher Schokoladenmarken kennen. Liest auch Wissenswertes zu Schokoladenwerbung in Zeiten des Kolonialismus, um sich dann ausgiebig mit Streckmitteln von Schokolade befassen zu können und hier auch von Kunsthonig und Ersatzfetten. 

Besonders interessant ist das sechste Kapitel, das sich mit neuen Kreationen mit sortenreinem Kakao aus klar definierten Regionen auseinandersetzt, auch mit Schokolade, die ohne Aromastoffe oder irgendwelchen pflanzlichen Fetten auskommt, die Kakaobutter ersetzen. 

Näheres erfährt man zu Grand –Cru –Schokoladen von Fechlin, z. B. wie er nach und nach aus Soja hergestelltes Lecithin aus seinen Produkten entfernte und anderes mehr veränderte. 

Man liest Wissenswertes zu Schweizer Nischenanbietern von hochwertigen Schokoladen, auch dass deren Zahl ständig wächst, liest zudem Wissenswertes zur globalisierten Schokoladenwelt und zum kulinarischen Tourismus, um dann vielleicht nochmals die chronologischen Daten zu studieren und zu überlegen, wo man im näheren Umfeld Pralinen der Berner "Casa Nobile" erwerben kann, die zum Besten zählen, was weltweit hergestellt wird.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Tea Time-Britische Rezepte. Tradition und Teekultur-Anja Birne -Callwey


Worum geht es in diesem zauberhaften, reich bebilderten Buch von Anja Birne? 

Zu aller erst um die textliche Darstellung der Welt der britischen Tea Time, dem ein wunderschönes Foto vorausgeht, das einen Ausschnitt einer britischen Teetafel zeigt, bestehend aus hübschem Teegeschirr, einer silbernen Etagere mit köstlichen Beilagen zum Tee und eine Teilansicht eines Blumenstraußes (rosa Malven), alles platziert in einem romantisch anmutenden Cottage-Garten. Solch ein Ambiente präsentiert zu bekommen, macht natürlich Freude.  

Ausführlich werden Fragen beantwortet, z. B. was "tea" ist, wie er nach Europa kam und schließlich zum Getränk für jeden Tag wurde. Es werden u.a. verschiedene Arten der Tea Time sehr gut erörtert. Hier liest man auch von "Cream Tea" und lernt das Rezept für "Clotted Cream" kennen, das beim nachmittäglichen Teegenuss in England eine nicht unwesentliche Rolle spielt. 

Man lernt typisch englische Teesorten näher kennen, zudem die richtigen Utensilien für Tea Time als auch hilfreiche Tipps zur Pflege von Teekannen, Tassen und anderem Zubehör. Die korrekte Zubereitung von Tee in 7 Schritten sollte man auf keinen Fall überlesen und sich informieren, wie man eine formelle Tea Time veranstaltet. Wer weiß, wer irgendwann zum Tee ins Haus kommt. Man muss "gerüstet" sein....! 

Hier wird auch beschrieben, wie man die Beilagen auf der Etagere, die ich eingangs bereits erwähnte, genießt und was man besser unterlässt. 

Man erfährt u.a. Wissenswertes über namhafte Tea Rooms in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien und erhält super leckere Rezeptideen für jede Tea Time. 

Untergliedert sind diese in: 

Leichte Snacks und Gebäck 
Traditionelle Sandwiches, Scones und Kuchen 
Herzhafte Speisen und besondere Leckerbissen. 

Die Rezepte sind allesamt schrittweise und sehr gut erklärt. Hervorheben möchte ich "Apricot Fingers With White Chocolate", die "Chocolate Brownies" und die "Lemon Tarte", Köstlichkeiten, die man nicht mehr vergisst, wenn man sie einmal gekostet hat! 

Gut gefällt mir das Rezept für "Betty´s Tea Cake", ein sehr geschmackvoller Teekuchen mit allen Ingredienzien, die man bei einem solchen Kuchen meist nur erhofft“. Den "Kentish Cherry Pie" lohnt es, speziell in der Kirschenzeit zuzubereiten, der frischen Kirschen wegen. Die Zutaten versprechen bereits ein tolles Geschmacksergebnis. 

Unmöglich, hier all die feinen Kuchen anzuführen, die man backen könnte, wenn Gäste kommen. Des Weiteren gibt es bemerkenswerte Infos zur Zubereitung von Sandwiches und Rezepte für Scones, einer englischen Spezialität, mit der ich mich bereits angefreundet habe. 

Mein Favorit unter all den Leckereien ist der "Sommerset Apple Pie", den man warm serviert und der von Vanilleeis begleitet wird. 

Was noch? Zwei sehr gute Rezepte für Chutney, auch ein tolles Rezept für "Granny`s Cumberland Sauce", dazu noch einige Rezepte für deftige Speisen und interessante Getränke runden dieses wunderbare Buch, das  auch durch seine traumhaften Fotos immer wieder begeistert, gekonnt ab.

Die Fotos  verführen immerfort zum Träumen.  Paradiesisch! 

Maximal empfehlenswert

Helga König

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