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Rezension: Backen- Dolci, Tartes und zauberhafte Kuchen- Melissa Forti

Die Autorin dieses außergewöhnlichen Backbuches, Melissa Forti, ist eine Autodidaktin. Sie sammelte zunächst alte und neue Backbücher aus aller Welt, um sich auf diese Weise einen Einblick in die jahrhundertealte Konditorkunst zu verschaffen. Die geborene Römerin lebt in dem italienischen Städtchen Sarzana. Dort betreibt sie im historischen Zentrum eine Boutique-Bäckerei und Teestube. Mit "Melissa`s Tea Rom & Cakes" hat sie sich ihren Lebenstraum erfüllt.

Die Dolci, Tartes und Kuchen, die die umtriebige Selfemade-Woman in ihrem Geschäft anbietet, lernt man im vorliegenden Buch näher kennen. Das heißt, es werden neben sehr präzisen Backrezeptbeschreibungen Geschichten rund um die jeweiligen Backwaren erzählt, die von der Fotografin Danny Bernardini sehr gut in Szene gesetzt worden sind. Schöne Bilder von der attraktiven Konditorin runden den optischen Reiz ab.

Untergliedert sind die wunderbaren Rezepte in:
-Dall ´Italia- Eine Sammlung von Rezepten aus meiner Heimat Italien
-Dal Mondo- Eine Auswahl von Rezepten aus der ganzen Welt
-Da Melissa- Eine Zusammenstellung von Rezepten aus meiner persönlichen Sammlung

Bei den Rezepten aus Melissas Heimat findet man u.a.  das Rezept für köstliche "Haßelnuss-Baisers" und erfährt, dass die Nüsse für diese Baisers aus dem Piemont stammen. In manchen Feinkostläden kann man diese "Nocciole di Piemonte" kaufen. Sie selbst zu backen, ist natürlich spannender, auch wenn die Haselnüsse nicht aus dem Piemont stammen.

Hocherfreut bin ich, dass auch ein tolles Rezept für "Biscotti Cantuccini" vermittelt wird. Diese Mandelkekse kommen aus der Toscana. Dort möchte es die Tradition, dass man die Biscotti zu einem Vin Santo, einem Dessertwein, genießt. Dass ein wenig Anispulver mit in den Teig verarbeitet wird, war mir bislang neu.

Die berühmte "Torta della Nonna" ist auch bei den Rezepten und zudem ein wunderbarer Grieß-Ricotta-Kuchen, der ohne Mehlteigboden auskommt.

Bei den Rezepten aus aller Welt möchte ich die "Schokoladen-Charlotte" hervorheben. Hier erfährt man, dass die erste Charlotte vermutlich in Großbritannien zubereitet wurde und zwar zu Ehren von Sophie- Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Für die Füllung verwendet man übrigens 500 Gramm hochwertige Zartbitterschokolade und 1 Liter Crème double.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich den "Schmandkuchen mit Blaubeeren" und auch nicht die "Orangen-Butter-Kekse", die verdeutlichen, dass Plätzchenbacken keine bloße Adventszeitangelegenheit ist.

Besonders spannend finde ich die Rezepte des 3. Teils und hier u.a. den tollen "Pfirsichkuchen mit Vanillencreme" (sehr italienisch), der aus dem Rezeptfundus der Großmutter einer Freundin von Melissa Forti stammt. Die "Schokoladen-Haselnusstorte" überzeugt von ihren fantastischen Zutaten und eignet sich als Winterdessert bestens. Dass die Glasur Frangelico-Likör enthält, lässt ein Gaumenerlebnis der besonderen Art erhoffen.

Der "Pistazien-Himbeer-Käsekuchen" hat es mir angetan. Ihn zuzubereiten ist nicht ganz so einfach. Das Ergebnis jedoch überzeugt.

Trotz der vielen wunderbar komplexen Rezepte möchte ich an dieser Stelle den "Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen" erwähnen. Dieser eher schlichte Kuchen eignet sich sehr gut auch zu einer Tasse Tee. Das gilt auch für den "Rosen-Frangipane-Kuchen", der wie der Zitronenkuchen Marzipan im Teig enthält.

Alles in allem ist dieses Backbuch ein Geheimtipp. Die "Tarte Tartin mit Birnen" habe ich vorgemerkt und auch den "Zitronen-Thymiankuchen", der von den Aromen her überzeugt,.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im  Fachhandel erhältlich

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