Dieses sehr appetitanregend - bebilderte Backbuch ist eine Teamarbeit von insgesamt sechs Personen. Welche Funktion die einzelnen Teammitglieder für die Erarbeitung dieses Werks hatten, kann man zum Ende der Publikation nachlesen.
Zunächst wird erläutert, welche Utensilien zum Backen nützlich sind, alsdann erfährt man von Theresa Baumgärtner Tipps rund um das weihnachtliche Backen. Solche Tipps machen den feinen Unterschied im Backergebnis aus. So nimmt die Bäckerin zum Füllen von Keksen beispielsweise Konfitüre mit einem Fruchtanteil von 70% und geht insgesamt bewusst mit Zucker um.
Über kleine und große Backgeheimnisse wird man aufgeklärt. Anschließend nimmt das Team die Leser mit auf eine Winterreise durch das vorweihnachtliche Allgäu und stellt erste Plätzchenrezepte vor.
Bei allen Rezepten wird die Stückzahl genannt, die aus dem jeweiligen Teig herstellbar sind. Die Zutaten sind allesamt rasch überschaubar aufgelistet, die Rezepte schrittweise gut erläutert und insofern nachvollziehbar.
Besonders gut gefallen haben mir bei den Eingangsrezepten die "Ingwerplätzchen mit Mandelknusper". Sie werden übrigens mit Dinkelmehl zubereitet. Dann auch das Spritzgebäck mit Orangenglasur, die durch den beigefügten Tipp noch knuspriger werden. Beide Plätzchensorten eignen sich bestens zu einer Tasse Tee.
Anschließend werden Rezepte aus der kleinen Schlossbäckerei vorgestellt. Den Anfang nehmen "Süße Schwäne". Die sollen an Odette, die zauberhafte Prinzessin im Ballett "Schwanensee" erinnern. Daraufhin hat man Gelegenheit, einen kleinen Auszug aus Hans Christian Andersens "Die wilden Schwäne" zu lesen, um sich alsdann - eingestimmt in eine Welt der Leichtigkeit - mit Rezepten wie etwa "Himmlische Federn" zu befassen.
Es geht weiter mit einer Textstelle aus einem Märchen von Andersen. Diesmal ist es ein Text aus "Die Schneekönigin". Was dann folgt? "Duftende Kipferl" vielleicht für den Schneekönig und z. B. "Ein Lieblingsrezept für immer", gemeint: "Russian Tea Cakes“, auch aus Dinkelmehl hergestellt und mit Wallnusskernen verfeinert.
Ebenfalls ein Familienrezept ist das für "Springerle", entnommen aus einem sehr alten badischen Kochbuch. Zudem ein Rezept für den Klassiker "Zimtsterne". Diese sind ein Muss.
Zur Inspiration geht es mit einem Adventsgedicht von Mascha Kaléko weiter, dem ein Rezept für "Spekulatius aus dem Allgäu" folgt.
Dass immer wieder anstelle Weißmehl Dinkelmehr verwendet wird, finde ich erfreulich, einerseits der Gesundheit wegen und andererseits, weil die Plätzchen einfach besser und generell nussiger schmecken.
Köstliche Nussplätzchen gehören natürlich zur Weihnachtsbäckerei. Diesbezüglich wartet auch Delikates auf die Leser.
Was noch? Man liest über die "Schnürkasperl" in Oberammergau und erfährt wie man Knusperhäuschen herstellt. Ein tolles Rezept für "Haselnusshäubchen" möchte ich an dieser Stelle noch hervorheben. Sie gehören ähnlich wie die "Feinherben Orangenplätzchen" einfach zum Weihnachtsfest.
Dazu gehören übrigens auch Marzipanbrote, ohne den üblichen Industriezucker, sondern mit Mejool-Datteln zubereitet.
So ausgerüstet kann die Adventszeit kommen.
Ich empfehle dieses Backbuch betont gerne, zumal es handlich ist und man diesen Helfer nicht auf einem Nebentisch positionieren muss. Das Lesebändchen macht das schnelle Finden des Lieblingsrezepts einfacher. Meine Lieblingsrezeptur ist übrigens auf Seite 91 nachlesbar. Hier geht es um "Kardamom-Haselnuss-Plätzchen" Sie werden mit Gianduja gefüllt. Mehr verrate ich nicht
Maximal empfehlenswert.
Helga König
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